Demonstrative Verhaberung

Die „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ (Paul Sethe, Publizist, Spiegel, 5.5.1965). Heute lässt sich deren Zahl wohl schon an einer Hand abzählen. Und die „vierte Macht im Staate“ hat ihre stets betonte Kontroll- und Aufklärungsfunktion längst verloren, sie agiert als Instrument zur Formung und Sicherstellung der neoliberalen Hegemonie„Demonstrative Verhaberung“ weiterlesen

Spezielle Presseförderung

Eine besondere Spezialität der österreichischen Medienlandschaft sind Gratiszeitungen. Egal ob als Angebot an Zeitungsständern – wie „heute“ oder „OE24“ – oder ins Postfach geliefert – wie „Tips“ oder „Rundschau – das „Erfolgsmodell“ ist gleich: Eine Schwemme von Inseraten ergänzt durch journalistischen Aufputz mit häufig populistischem Stil, finanziert von der Geschäftswelt und Regierungsinserate von Bund, Land„Spezielle Presseförderung“ weiterlesen

Neoliberale Klimahelden

Der „Standard“ sieht sich bekanntermaßen quasi als Zentralorgan der liberalen Demokratie. Und der sich als journalistischer Gott verstehende Hans Rauscher wird nicht müde uns tagtäglich die Werte der „freien Welt“ einzubläuen und alle die es wagen daran zu zweifeln zur Räson zu rufen. Mit der „liberalen Demokratie“ untrennbar verbunden ist allerdings auch die „freie Marktwirtschaft“„Neoliberale Klimahelden“ weiterlesen

Neoliberal getrimmt

Alle Jahre wieder kommt – nach dem Christkind – das berühmt-berüchtigte „Börsespiel“. Bereits zum 21. Mal richtet das selbsternannte „Landeshauptblatt“ namens „OÖ Nachrichten“ gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank und der Wiener Börse dieses Event aus. Gestartet am 28. Jänner wurde bereits zwei Tage später gejubelt, dass sich mehr als 4.000 Personen mit einem fiktiven Startkapital„Neoliberal getrimmt“ weiterlesen

Sanierungsdeal auf Steuerkosten

Da gibt es Immobilienbesitzer, die es in 103 Jahre lang nicht der Mühe wert finden, den Wert ihres Objekts durch laufende Sanierungsmaßnahmen zu erhalten und zur Finanzierung derselben entbehrliche Teile des großen Objekts zu vermieten. Nun aber wollen sie angesichts der Bewerbung von Bad Ischl zur Kulturhauptstadt 2024 die Chance nützen, sich ganz uneigennützig reichlich„Sanierungsdeal auf Steuerkosten“ weiterlesen

Vermarktung der Rechtsträger

Die Vertreter*innen der vier in der oberösterreichischen Landesregierung vertretenen Parteien – ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grüne – können und wollen es einfach nicht lassen. Fast alle inserieren aller Kritik zum Trotz unverdrossen weiterhin gesetzwidrig auf Kosten der Steuerzahler*innen. Obwohl es im Gesetz wörtlich und eigentlich ziemlich unmissverständlich heißt „Audiovisuelle Kommunikation oder entgeltliche Veröffentlichungen, die keinen„Vermarktung der Rechtsträger“ weiterlesen

Staatspreis für Schmid

Laut einer Integral-Umfrage macht sich die Mehrheit der Österreicher*innen mehr Sorge wegen der Korruption als wegen der „Flüchtlingswelle“. Für die ÖVP ist das ungefähr so kränkend wie für einen Opernsänger, der erfährt, dass das Publikum weniger ergriffen seiner Arie lauscht, sondern sich vielmehr über sein offenes Hosentürl amüsiert“ schreibt recht boshaft der Kabarettist Florian Scheuba„Staatspreis für Schmid“ weiterlesen

Neofeudale Unterwürfigkeit

Wieder einmal ist die Sonne vom Himmel gefallen und Österreich trauert. Diesmal um den Oligarchen Dietrich Mateschitz, der medial vom öffentlich-rechtlichen ORF abwärts als Wohltäter verklärt wird. Und wer sich gegen den Mainstream stellt, wird umgehend als empathielos geächtet. Ganz austriakisch „So sind wir“ hat sich ein neuer Feudalismus breitgemacht. Die Bewunderung und Anbetung starker„Neofeudale Unterwürfigkeit“ weiterlesen

Die Junkies vom Kapitalmarkt

„Support für den Kapitalmarkt ist dringend nötig“ fordert WKO-Präsident Harald Mahrer passend zum 250jährigen Jubiläum der Wiener Börse auf der Plattform „BörseSocialNetwork“, der „Homebase österreichischer Aktien“ (Börse Social Magazine #60). Zwar stellen die rund 330.000 Ein-Personen-Unternehmen eine klare Mehrheit der WKO-Mitglieder und auch die zigtausenden Kleinbetriebe mit nur weniger Beschäftigten haben mit Spekulationen an der„Die Junkies vom Kapitalmarkt“ weiterlesen

Exzessiv pragmatisch

Was tun Milliardäre mit ihren überschüssigen Milliarden? Die in der Oberklasse, wie etwa Amazon-Boss Jeff Bezos (201 Milliarden US-Dollar schwer), fliegen in den Weltraum. Die in der Unterklasse müssen sich mit kleineren Brötchen begnügen. Zu letzteren gehört Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz (mit 26 Milliarden USD quasi ein Leichtgewicht), der mit seinem Medienimperium die Schwurbler- und„Exzessiv pragmatisch“ weiterlesen