Heiliger Profit

Angesichts multipler Krisen – Globalisierung, Finanzmarkt, Klima, Corona, Krieg – läuft der Mechanismus des neoliberalen Kapitalismus zunehmend unrund. Eine zunehmende Umverteilung von arm zu reich erschüttert das Vertrauen in „die da oben“. Zudem wird nach dem Zerfall des „realen Sozialismus“ der imperialistische Kampf um Hegemonie und Ressourcen immer intensiver.

Hierzulande steigert die Teuerung (im Juli mit 9,2 Prozent der höchste Preisanstieg seit 1975) die Armutsgefahr. Die Schuldzuweisung an Russlands Krieg in der Ukraine greift aber zu kurz, verteuern sich doch auch Waren und Dienstleistungen, die nichts mit Gas oder Öl, wohl aber mit Spekulation und Profit zu tun haben.

Explodierende Preise für Mieten, Energie und Grundnahrungsmittel spülen Milliarden in die Geldspeicher der Konzerne. Die Milliardengewinne von Verbund, OMV oder Erste Bank sind Beweis genug dafür. Doch eine Abschöpfung der „Windfallprofite“ oder staatliche Preisregelungen werden als unzulässige Eingriffe in die „freie Marktwirtschaft“ blockiert. Bestenfalls gibt es Staatszuschüsse – die wir uns letztlich aus unseren Steuergeldern selbst bezahlen müssen. Hauptsache der heilige Profit wird nicht angetastet.

Umso mehr gilt es jetzt mit aller Kraft dafür zu wirken, dass bei den kommenden Lohn- und Pensionsverhandlungen kräftige Erhöhungen zustande gekommen. Zehn Prozent und mehr dürfen da kein Tabu sein. Die Gewerkschaften sind gefordert.

Café KPÖ #72 August 2022

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