Füllhorn für Rechtsextreme

Posted on 11. Mai 2019

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BurschenWährend von der schwarz-blauen Koalition bei Kultur- und Sozialvereinen auf Teufel komm raus gestrichen wurde, förderte das Land Oberösterreich den Landesdelegierten-Convents (LDC), den Dachverband pennaler Burschenschaften, von 2006 bis 2018 vom Land Oberösterreich mit satten 915.000 Euro.

Waren es bis 2009 jährlich noch „magere“ 15.000 Euro aus dem Ressort Sigl, gab es 2010 einen Sprung auf 75.000 Euro aus dem Ressort Humer und 2015 gar auf 120.000 Euro aus dem Ressort Stelzer. Dabei wurden diese Förderungen in der Landesregierung im Rahmen von den Landtagsparteien abgestimmter „Paketförderungen” stets einstimmig, also auch mit Zustimmung von SPÖ und Grünen, beschlossen.

Neben der vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) als besonders rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Arminia Czernowitz spielen die deutschnationalen Schülerverbindungen bei der Rekrutierung für Burschenschaften und FPÖ über Oberösterreich hinaus eine wichtige Rolle. Dem LDC gehören 15 pennale Verbindungen an, davon sechs in Linz. Und wie die Alten sungen, so zwitschern auch schon die Jungen.

So verwendet die 1998 gegründete „Donauhort zu Aschach“ als Vereinslied das SS-„Treuelied“ („Wenn alle untreu werden“) und als Waffenspruch „Was gibt es hier? Deutsche Hiebe!“. Ihr gehören etwa der Leondinger FPÖ-Stadtrat Peter Hametner und der Nationalratsabgeordnete Roman Haider, bekannt geworden durch eine Intervention die zum Abbruch einer Schulveranstaltung über Extremismus an der Fadingerschule in Linz führte, an.

Die „Germania zu Ried“ wurde durch ein Geheimkonzert mit dem deutschen Neonazi-Liedermacher „Fylgien“ bekannt. Ihr gehört FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek an. Und noch 2000 wurde der SS-Massenmörder Friedrich Kranebitter (1903-1957) in einer Festschrift gewürdigt.

Und die „Gothia Wels“ verlinkte 2006 das neonazistische Nationale Info Telefon (NIT) und pries dieses als „bestes tägliches Informationsmedium für Querdenker!“ an.

Die Website des LDC ist derzeit offline. Denn im Dunkeln ist gut munkeln und die üppig mit Steuergeld subventionierte Nachwuchsförderung scheut die Öffentlichkeit. Höchste Zeit, diesen Missbrauch abzustellen, Herr LH!

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