Die Verbieter sind unterwegs

Posted on 22. Juli 2018


Verbot

Man sagt, FPÖ-Chef Strache habe die Zustimmung zum Freihandelsabkommen CETA für einen Tschick, nämlich die Aufhebung des bereits beschlossenen Rauchverbots in Lokalen, an die ÖVP verkauft. Und seit langem bekämpft die FPÖ das NS-Verbotsgesetz als Einschränkung der Meinungsfreiheit und will einen Freibrief für die täglichen „Einzelfälle“. Davon abgesehen ist die FPÖ allerdings die Verbotspartei schlechthin.

Bettelverbot? Unbedingt, denn der Anblick von Armutsreisenden stört die heile Konsumwelt. Daher weg mit dem „Gesindel“ und sollten sie es wagen gar illegal zu kampieren werden sogar Zelte abgerissen.

Musikverbot? Da könnte ja jeder kommen und in der Fuzo Musik machen und dafür womöglich gar noch ein paar Euro erbetteln. Wenn Musik, dann kommerziell organisiert beim entsprechenden Event. Muss ja nicht immer gleich die John-Otti-Band im Jahrmarktszelt oder im Prater sein.

Grillverbot? Auf jeden Fall, denn der öffentliche Raum ist nicht zum Grillen gedacht. Das geht nur im eigenen Garten. Pech, wer keinen solchen hat. Notfalls erfindet man sogar durch Rauch oder Duft belästigte Anrainer. Vor allem aber will man keine Grill-Migranten. Hammel im Hinterhof ist für die „Heimatlichen“ ein Gräuel.

Alkoholverbot? Klare Sache, denn gesoffen werden soll nicht zu Billigpreisen aus dem Supermarkt im Park sondern möglichst hochpreisig im Wirtshaus oder kultig in der Burschenschafter-Bude. Erlaubt ist nur Freibier beim FPÖ-Infostand.

Platzverbot? Na net, ob Alkis, Drogenkranke, Obdachlose oder jugendliche Konsumverweigerter haben dort nichts zu suchen, wo der Konsum eine cleane Stadt verlangt. Also Wegweisung des „Gesindels“. Am Besten wäre wohl gleich ins Lager, aber das traut man sich derzeit doch noch nicht zu offen zu sagen.

Soweit, so schlecht. Ist halt die FPÖ als selbsternannte „Law & Order-Partei“ die für Sauberkeit sorgen will und alles nicht-heimische den Geschmack des „kleinen Mannes“ störende wegsäubern will. Doch bekanntlich höhlt steter Tropfen den Stein und das Kampagnisieren der FPÖ fällt über die Jahre hinweg leider auf fruchtbaren Boden. Nicht nur in den schwarz-blauen Koalitionen in Land und Bund, sondern leider auch bei der Sozialdemokratie.

 

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