Stronach engagiert sie alle…

Posted on 2. September 2011


Dass Frank Stronach „wie ein Staubsauger Altpolitiker aller Couleurs aufsammelt“ schrieb schon vor Jahren Alfred Worm im „News“. In der Tat:

Günther Stummvoll (ÖVP), jetzt Finanzsprecher, früher Staatssekretär wird 2011 Aufsichtsratschef von Stronachs Glücksspiel-Unternehmen Merkur Entertainment, nachdem er im Parlament erfolgreich die Novelle des Glücksspielgesetzes mitverhandelt hat.

Waltraud Klasnic (ÖVP), steirische Landeshauptfrau von 1996 bis 2005, wurde 2007 „Beraterin für sozialökonomische Fragen“ beim Autozulieferkonzern Magna.

Caspar Einem (SPÖ), ab 1994 Staatssekretär, 1995 bis 2000 Minister, zuletzt Abgeordneter und als Europasprecher der SPÖ ein Einpeitscher für die EU-Verfassung, wurde 2007 Manager von Stronachs Jetalliance AG.

Franz Vranitzky (SPÖ), Bundeskanzler von 1986 bis 1997, sitzt seit 1997 im Magna-Aufsichtsrat.

Karl-Heinz Grasser (erst FPÖ, dann als „KHG“ parteiloser ÖVPler), Finanzminister von 2000 bis 2006 werkte 1998/99 für Stronach.

Andreas Rudas (SPÖ), ehemaliger SPÖ-Bundesgeschäftsführer, wurde 2000 Pressesprecher von Magna.

Peter Westenthaler (früher FPÖ, derzeit BZÖ), von 2000 bis zum „Knittelfelder Putsch“ FPÖ-Klubchef, wurde 2002 von Stronach an die Spitze der Fussball-Bundesliga gehievt bevor er 2006 als BZÖ-Boss wieder in die Politik zurückkehrte.

Gerhard Randa (SPÖ), Ex-Generaldirektor der Bank Austria und nach deren Verkauf 2000 Vorstandsdirektor der bayrischen HypoVereinsbank wechselte nach der HVB-Übernahme durch UniCredit 2005 in den Magna-Aufsichtsrat.

Michael Passer (FPÖ), Ehegatte von Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, gilt als ein Ratgeber Stronachs.

Rudolf Streicher (SPÖ), 1981 bis 1986 AMAG-Boss, 1986 bis 1992 Verstaatlichtenminister, 1992 bis 1998 Generaldirekter der Steyr-Daimler-Puch AG, 1999 bis 2002 ÖIAG-Chef, fädelte 1998 den Verkauf von Steyr-Daimler-Puch AG an Stronach ein und sitzt im Magna-Aufsichtsrat.

Herbert Paierl (ÖVP), bereitete als Wirtschaftslandesrat in der Steiermark Stronach den Boden beim steirischen Autocluster.

Franz Schnabl (SPÖ), früherer Wiener Polizeichef, wurde Sicherheitschef bei Magna.

Mathias Reichold (FPÖ), 2002/2003 Infrastrukturminister wurde 2003 von Stronach als Berater für Verkehrsinfo-Systeme, Telematik und Weltraumtechnologie für eine Jahresgage von 500.000 Euro engagiert.

Mit diesem Aufgebot könnte Stronach schon eine eigene Regierung bilden. Manche Journalisten stellen dieses Lobbying als Filz zwischen Kapital und Politik als „ganz normal” dar. Wie kommentiert Stummvoll sein Engagement: „Wenn Frank Stropnach einen bittet, kann man schwer Nein sagen.“ Soviel zur Käuflichkeit der Politik, für die wie üblich die Unschuldsvermutung gilt. Angesichts des Einflusses von großen Konzernen wie Magna wird das „System Stronach“ freilich immer unerträglicher…

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