EU-Kritik nach dem Geschmack der Eliten

Posted on 4. Dezember 2010


Wes Geistes Kinder so manche EU-GegnerInnen sind, wird an der Lektüre eines Infoblattes einer Partei namens „Neues Freies Österreich“ deutlich. Zwar wird darin durchaus richtig die systematische Zersetzung der Neutralität durch die mit kräftigem Zutun durch die Politik von Regierung und Parlament  erfolgte EU-Einbindung des Bundesheeres und Beteiligung an EU-Kampfgruppen kritisiert.

Aber gleichzeitig kommt es knüppelhageldick aus dem ultrarechten Eck Marke FPÖ: Etwa wenn unter dem Titel „Zuwanderung löst keine Probleme“ argumentiert wird „Europa nimmt seine christlichen Wurzeln selbst nicht mehr ernst“.

Welche Wurzeln meint man da? Die Niedermetzelung alles Unchristlichen bei den Kreuzzügen, die „heilige“ Inquisition, die Kolonialisierung des Südens im Zeichen des Kreuzes, die jahrhundertelange Absegnung aller Raub- und Mordkriege? In dieser Hinsicht braucht sich niemand über den Islam zu empören, da hat Europa selbst genug Dreck am Stecken.

„Ein Grund mehr aus der EU auszutreten“ tönt es weiter aus diesem Blatt und als Begründung „Was hält uns dann noch in diesem Förderverein für internationale Konzerne?“ Nun ist die EU zweifellos ein gigantischer Umverteilungsmechanismus, bei dem die Konzerne die Strippen ziehen. Aber welcher einzelne Staat ist das heute nicht genauso. Und sind nationale Förderungen für die Konzerne vielleicht besser?

„Die NFÖ wünscht der Ausschaffungsinitiative viel Erfolg“ wird Richtung Schweiz informiert. Mittlerweile haben bekanntlich 53 Prozent der helvetischen StimmbürgerInnen für die Abschiebung krimineller AusländerInnen votiert. Wirtschaftsverbrechen bleiben wohlweislich ausgenommen, damit auch künftig Kriminelle, Mafia und Despoten aus der Dritten Welt ihre durch Mord und Raub gesammelten Millionen und Milliarden unbehelligt in der Schweiz steuerschonend anlegen können, wie es im zweiten Weltkrieg schon die Nazis praktiziert haben.

Solche im ideologischen Dunstkreis der Strache-FPÖ herumschwimmende EU-Kritik haben die Eliten in diesem Lande freilich gerne: Dienen sie doch hervorragend dazu berechtigte, auf soziale, demokratische und internationalistische Aspekte gerichtete EU-Kritik ins rechte Eck zu stellen und jede Kritik damit mundtot zu machen.

 

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