Ein Handwerksbursche liest die Leviten

Posted on 7. April 2010


Der als „Handwerksbursche“ für seine Gefälligkeitsstudien am Fließband bekannte Linzer Universitätsprofessor Friedrich Schneider liest Griechenland und der EU in einem Aufwaschen die Leviten und plädiert für einen Verstoß „schwarzer Schafe“ aus der Eurozone.

Jetzt will sich vor allem Deutschland an Griechenland abputzen und „Experten“ wie Schneider machen dem die Mauer. Von der alten Weisheit „Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“ will er lieber nichts hören. Soll doch keiner behaupten, man hätte nicht Bescheid gewußt über die Budgettricks der griechischen Regierungen um Euro-reif zu sein. Wohl nicht zufällig kritisiert Schneiders Kollege Uni-Professor Schuster sogar die Budgetpolitik der oö Landesregierung, etwa den Verkauf der Wohnbaudarlehen, als „griechische Methoden“ und „reine Schuldenverschleierung“.

Auffallend blind ist Schneider in seinem Plädoyer was einige Hintergründe der griechischen Misere betrifft: Etwa dass nicht nur US-Finanzinstitute, sondern auch deutsche, österreichische und Banken anderer EU-Länder kräftig an der griechischen Staatsverschuldung profitieren und jetzt bei der Sanierung der griechischen Staatsfinanzen neuerlich abkassieren wollen. Oder zur Tatsache, dass aus Griechenland auffallend viel Schwarzgeld steuerschonend in der Schweiz veranlagt wurde.

Griechenland ist EU-weit Spitzenreiter bei den Rüstungsausgaben gemessen am BIP und einer der größten Waffeneinkäufer weltweit. Welche Rüstungskonzerne haben daran verdient? Wer hat die vielen Milliarden EU-Nettozahlungen an Griechenland kassiert? Sicher nicht diejenigen, die jetzt mit Sanierungspaketen zur Kasse gebeten werden. Bekannt ist ja das mit vielfacher Korruption verbundene „segensreiche“ Wirken des Siemens-Konzerns als Profiteur solcher Nettozahlungen.

Auch Schneider macht deutlich, dass es eigentlich darum mit Griechenland ein Exempel dafür zu statuieren, wie sich das Establishment die Bewältigung der Krise vorstellt: Zahlen sollen die Opfer der Krise und wer aufmuckt wird niedergemacht, Hauptsache die Verursacher haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht.

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